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Lange-Berg-Denkmal

Das Lange-Berg-Denkmal (Fürst-Carl-Günther-Denkmal)

Als einen der schönsten Aussichtspunkte Thüringens wurde der Kamm des Langen Berges um 1900 beschrieben. Erst 100 Jahre später wurde diese Aussicht wieder Wirklichkeit! Von hier oben bietet sich ein herrlicher Rundblick bis weit in das Thüringer Becken und zum Rennsteig. Schon allein deshalb lohnt sich ein Ausflug zu unserem Hausberg und dem Denkmal über Wanderwege aus den angrenzenden Orten.

Aus der Geschichte:800_Lange_Berg_Denkmal
Am 2. April 1909, unmittelbar nach dem Ableben des Fürsten Karl-Günther von Schwarzburg-Sondershausen, fasste der Gehrener Thüringer-Wald-Verein den Beschluss, zu Ehren und aus Dankbarkeit einen Karl-Günther-Turm auf dem Langen Berg zu errichten. Mit der Begründung, der Fürst habe hier oft und gerne zur Jagd geweilt.
Von Anfang an stand neben der Ehrung für den Fürsten die Landschaftsverbundenheit im Mittelpunkt aller Überlegungen. Sie äußerten sich in der Wahl der Materialien ebenso wie in die Landschaftseinpassung. So ist der untere Säulengang vor der Gedächtnishalle eigens aus dem Grund geschaffen worden, den Wanderern bei ungünstiger Witterung Schutz zu gewähren. Dass dabei gleichzeitig ein wenig Geschichte „studiert“ werden sollte, steht nirgends geschrieben, ist aber wahrscheinlich. Denn die Antikverglasung der Gedächtnishallenfenster, zeigte die Fürstenwappen derer von Schwarzburg –Sondershausen und Altenberg und die Stammschlösser des Fürstenpaares: die Käfernburg bei Arnstadt und das Schloss Wettin. Parallel zum Bau wurde das 3 Meter hohe Standbild des Fürsten in Bronze gegossen.
Am 7. August 1912 wurde das Denkmal unter hoher Anteilnahme der Bevölkerung eingeweiht.

Das Denkmal als Veranstaltungskulisse:
Das Denkmal bot in der Vergangenheit immer wieder eine willkommene Kulisse für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. So hat dort der Waldgottesdienst am 2. Pfingsttag schon eine lange Tradition. Einer Wallfahrt gleich, strömt jährlich eine große Anzahl von Christen aus der näheren Umgebung zum Gottesdienst, zu dem abwechselnd die Pfarrer aus den Anliegerorten die Predigt halten. In der Kirchchronik von Gillersdorf aus dem Jahre 1932 heißt es dazu: „Pfingsten hielten wir wieder am 2. Festtag Waldgottesdienst auf dem Langen Berg ab. Nach Beobachtungen aus den eigenen Gemeinden sind sehr viele hingegangen (auch schon im vorigen Jahr), die nie mehr zur Kirche gehen. Wir verteilten 500 Liederzettel und konnten von hier aus die Zahl der Teilnehmer auf 2000 schätzen.“
Es fanden Sternentreffen der FDJ (Jugendorganisation der DDR) statt, erstmalig 1948. Am 6. Juni 1971 wurde das erste „Lange-Berg-Fest“ mit Chören, Blas- und Schalmaienkapelle vom Gemeindezweckverband Herschdorf, Willmersdorf und Gillersdorf ausgerichtet, dass 2000 Gäste auf den Berg zog. Die Tradition wurde bis 1977 als Sängerwettstreit der Chöre fortgeführt. 1991 griff der Förderverein „Langer Berg“ e.V. diese Tradition wieder auf und veranstaltete die Lange-Berg-Feste. Von 2008 bis 2010 wurden sie über das ehemalige Gasthaus „Höhenblick“ nahe des Langen Berg Denkmals durchgeführt. Dauerhaft hielt, mit ein paar kleinen Jahreslücken, das „Himmelfahrtstreffen“ auf dem Langen Berg jeweils zu Christi Himmelfahrt. Auch am deutschlandweiten Tag des offenen Denkmals danken viele Besucher einer umfassenden Führung durch die Geschichte den Vereinsmitgliedern des Fördervereins „Langer Berg“ e.V..

Bauliche Entwicklung:
Witterungseinflüssen, aber auch mutwilliger Zerstörung war das Denkmal seit seiner Entstehung ausgesetzt. Bereits 1920 zeigten sich erste Bauschäden. In der Gedächtnishalle wurden die Bleiglasfenster teilweise zerstört bzw. entfernt. Aufgrund des zunehmend schlechter werdenden Bauzustandes lud der Landrat des Kreises Arnstadt am 8. September 1928 die Gemeindevorstände von Gehren, Möhrenbach, Großbreitenbach und Gillersdorf zu einer Besprechung auf dem Langen Berg ein. Er wies auf den schlechten Zustand hin, mahnte zur dringenden Reparatur und sprach den Wunsch aus, dass sich die Gemeinden mit einer entsprechenden Spende an der Wiederinstandsetzung beteiligen mögen.
Im Jahr 1930 wurde ein Zweckverband zur Erhaltung des Denkmals gegründet, in dem einige Anliegergemeinden vertreten waren. Am 15. März 1940 erließ Reichsmarschall Hermann Göhring eine Anordnung, nach der sämtliche kriegswichtige Metallreserven des Dritten Reiches der Rüstungsindustrie zuzuführen seien. Dazu zählten u.a. auch Kirchenglocken, Bronzestandbilder, wie die des Standbildes vom Langen Berg Denkmal.
Etwa im Herbst 1943 wurde diese nun von ihrem Sockel geholt und zunächst zum Bahnhof Neustadt-Gillersdorf gebracht, wo sie noch einige Zeit lag, bevor sie dann nach Hamburg transportiert wurde. Das Standbild entging zunächst noch dem Prozess der Schmelze. Neben anderen wurde es noch nach dem Krieg auf dem im Volksmund benannten „Glockenfriedhof“, der Norddeutschen Affinerie AG Hamburg als „Die geraubte Kunst“ gesehen. Die Spuren der Statue, die letzte Dokumentation wurde 1972 veröffentlicht, verliert sich in den 70er Jahren. Alle Gerüchte, das Verbleibes der Statue, wurden wiederlegt. Auch eine Einschmelzung in der Hamburger Firma ist mehr als unwahrscheinlich. Sie lässt sich aber auch nicht ganz ausschließen. Wir suchen also immer noch die 3 Meter hohe Fürstenfigur, die das Aussehen eines Jägers hat.
Zurück zum Baugeschehen am Denkmal.
Mit einem Artikel in der Zeitung „Das Volk“ wurde im März 1952 wiederum auf den schlechten Bauzustand des Denkmals aufmerksam gemacht. In diesem Artikel heißt es, dass die Besteigung des Denkmals wegen Löchern im Treppenaufgang nicht mehr ohne Gefahr möglich sei. Man legte auch in diesem Artikel der Gemeinde Willmersdorf als Eigentümer nahe,  alles zu tun, um „altes Kulturerbe nicht verkommen zu lassen“. Darauf folgte 1953, dass sich die Gemeinde Willmersdorf über mangelnde Unterstützung des Kreises Ilmenau bei den dringenden Reparaturen am Denkmal beschwerte. Erst 1972 erfolgte eine umfassende Sanierung über eine Baufirma aus Großbreitenbach.
In den folgenden 30 Jahren waren nun wiederum erhebliche Reparaturen notwendig geworden. Anfang der 90er Jahre erfolgten auf Eigeninitiative des Fördervereins „Langer Berg“ e.V. erste Reparaturen, die dem Denkmal wieder ein vernünftiges Äußeres verliehen. Gleichzeitig wurde das verfallene zum Denkmal dazugehörige Jägerhäuschen wieder aufgebaut. Die weiteren Jahre täuschten nicht darüber hinweg, dass eine grundlegende Sanierung des Denkmals unbedingt notwendig wurde. Es mussten zum Ende der 90er Jahre zwei Notsicherungen erfolgen, die ein Betreten des Denkmals durch die hohe Unfallgefahr nicht mehr ermöglichten.
Es ist allen beherzten Kräften der Region in Regie der Verwaltungsgemeinschaft „Langer Berg“, unter Leitung des damaligen Gemeinschaftsvorsitzenden, Herrn Rainer Zobel, dem Förderverein „Langer Berg“ e.V., der Gemeinde Herschdorf, vielen Spendenwilligen (Firmen und Privatpersonen) und Mitwirkenden zu verdanken, dass mit Förderung der Europäischen Union, der Oberen Denkmalschutzbehörde des Landes Thüringen und dem Arbeitsamt, eine Komplettsanierung von 2002 bis 2004 ermöglicht wurde. Am 22. Mai 2004 wurde mit der damaligen Landtagspräsidentin, Frau Christine Lieberknecht und dem Landrat Dr. Senglaub das Denkmal inklusive der Antikverglasung nach den originalen Vorlagen (natürlich durch Fensterläden geschützt) wieder der Öffentlichkeit übergeben.  Seither werden nun jährlich Reparaturleistungen wieder in Eigeninitiative des Fördervereins „Langer Berg“ e.V. durchgeführt. Die letzte große Aktion der Mitglieder des Vereins war die Schaffung der Stromversorgung von Denkmal und Jägerhaus 2011.

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